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10.05.10 13:35 Alter: 119 Tage

Phantastische Highlights zum Saisonabschluss:

Der TTC hat mit zwei hochklassigen Heimspielen seine erfolgreichste Saison in der Vereinsgeschichte beendet. 900 begeisterte Zuschauer sahen noch einmal Weltklassetischtennis in Fulda und ein mit großem Einsatz kämpfendes TTC-Team. Es war der erwartete heiße Tanz in der Wilmingtonhalle.

Im Play Off Rückspiel wurde Ochsenhausen am 30. April mit 3:2 niedergerungen. Ein einziger Satz fehlte uns zum Einzug in das Endspiel um die Deutsche Meisterschaft. Dennoch waren die Fans restlos begeistert und spendeten Standing Ovations. Eine Woche später kam das Weltklasseteam von Orenburg zum Final Hinspiel im ETTU Pokal in die Wilmingtonhalle. Trotz des vermeintlich klaren 0:3 war die Partie ausgesprochen eng; Wang Xi hatte drei Matchbälle und „Waldi“ spielte den Weltranglisten-Achten Samsonov in zwei Sätzen beinahe an die Wand. Dass es nicht reichte, war Pechsache. Das Tischtenniswunder war ausgeblieben.

Die 900 Zuschauer in der Wilmingtonhalle erlebten am 30. April ein packendes Duell im Halbfinal-Rückspiel der Deutschen Tischtennis-Meisterschaft.

 

Zunächst musste sich Defensivass Wang Xi mit Adrian Crisan auseinandersetzen. Der Rumäne im TTF-Dress spielte sehr stark, so dass Fuldas Chinese alles aufbieten musste, um sich knapp zu behaupten (12:14, 11:5, 10:12, 11:9, 11:7). Dann trumpfte Jan-Ove Waldner gegen Tiago Apolonia auf. Er gewann glatt mit 3:0 Sätzen (11:6, 11:9, 11:9). Vor der Pause sah also alles sehr gut aus für die Fuldaer. Der Taiwanese Chuang Chih-Yuan in Ochsenhausen-Diensten wies Robert Svensson dann jedoch in die Schranken (11:6, 11:4, 11:8). Und auch im Anschluss hatte Ochsenhausen das bessere Ende für sich: Tiago Apolonia schlug Wang Xi 3:2 (11:9, 8:11, 11:9, 6:11, 12:10). Es stand nun 2:2 nach Punkten. Jetzt brauchte Fulda einen klaren Sieg im Doppel, sonst würde Ochsenhausen am Ende jubeln. Dramatik pur: Der erste Satz im Doppel ging mit 11:8 an Fulda - Waldner/Meng sahen gut aus gegen Chuang/Gerell. Und die beiden Fuldaer gewannen auch den zweiten Durchgang (11:6). Beim nächsten Sieg würde die Halle einem Tollhaus gleichen. Aber es kam ganz anders: 11:4 für die beiden TTF-Akteure. Nun wurde es ganz eng. Bei gleicher Spiele- und Sätzedifferenz müssten im Zweifelsfall die Bälle entscheiden. Doch dazu kam es nicht mehr: Chuang/Gerell gewannen auch Satz vier (11:2) und waren damit im Satzverhältnis (derzeit 10:10) nicht mehr einzuholen. Der letzte Satz endete 11:5 für den TTC.

Das Finale tragen nun, wie bereits in der letzten Saison, Düsseldorf und Ochsenhausen aus. Fulda ist nach großem Kampf im Zielfinish brutal knapp gescheitert.

Es war der erwartete heiße Tanz in der Wilmingtonhalle - mit dem glücklicheren Ende für die Gäste aus Ochsenhausen. Denkbar knapp ist der TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell am Finaleinzug gescheitert.

Am Freitag unterlag der TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell im ETTU-Cup dem russischen Top-Club Fakel Gazprom Orenburg 0:3. Die Niederlage im Finalhinspiel war allerdings knapper, als es das Ergebnis erahnen lässt. „Mit dem Spiel sind wir zufrieden, mit dem Ergebnis natürlich nicht“, sagt Maberzells Vorsitzender Stefan Frauenholz. Dabei kamen die 900 Zuschauer in der Wilmingtonhalle voll auf ihre Kosten, sahen spannende Spiele, spektakuläre Ballwechsel, Showeinlagen und waren am Ende alles andere als enttäuscht. Denn Maberzell war keinesfalls ein Sparringspartner für die „russische Nationalmannschaft“, verstärkt mit dem Weißrussen Vladimir Samsonov. Ein Sieg wäre sogar möglich gewesen.

Anfangs lief alles nach Plan. Es sah so aus, als ob Maberzells Taktik aufgehen sollte. Die Aufstellung des Gegners passte. Wang Xi lieferte sich mit dem Ex-Maberzeller Alexei Smirnov ein Spiel auf Augenhöhe und hatte im Entscheidungssatz drei Matchbälle zur 1:0-Führung. Doch ebenso wie vor einer Woche an gleicher Stätte, als Wang Xi den Matchball gegen Ochsenhausens Tiago Apolonia zum Sieg und damit Einzug ins Finale der Deutschen Meisterschaft verpasste, ließ der Chinese auch am Freitagabend seine beiden Chancen ungenutzt. „Ich habe an das Spiel gegen Apolonia gedacht“, bekennt Wang Xi nach der
Partie, was ihn offensichtlich gehemmt hat.

 

 

Waldner hielt die Hoffnungen aufrecht

Jan-Ove Waldner übernahm dann die Rolle des Leitwolfs und hielt die Maberzeller Hoffnungen weiter aufrecht. Der alte Schwede zeigte sich gegen den Weltranglisten-Achten Vladimir Samsonov in hervorragender Verfassung. 9:4 lag der 44-Jährige im dritten Durchgang nach 1:1 Sätzen in Front. Erinnerungen an 1997, als Waldner seinen Kontrahenten im WM-Finale bezwang, wurden wach. Samsonov zeigte Nerven, kam mit Waldners phänomenalen Schlägen nicht zurecht. Doch zwei für ihn glückliche Netzbälle brachten den Weißrussen zurück ins Spiel. Der dreifache Europameister wurde immer sicherer und schaukelte die Partie in vier Sätzen nach Hause. Verärgert zeigte sich Waldner: „Ich hätte 3:0 gewinnen können. Im ersten Satz waren meine Chancen 50:50, im dritten Satz hatte ich Pech mit den Netzbällen.“ Erschwerend kam für den Schweden hinzu, dass er mit anderen Belägen spielen musste. „Zwei Mal hat der Oberschiedsrichter meinen Schläger moniert, erst der dritte war okay“, sagt Waldner fassungslos, zumal er die komplette Saison mit diesen Belägen bestritten hatte.

 

Oberschiedsrichter Paul Schiltz aus Luxemburg war allerdings mit einem Messgerät angereist, das dem europäischen Standard entspricht. „Der Belag ist 0,3 Millimeter zu dick“, erklärt er. Während bei Orenburg keine Schläger beanstandet wurden, musste Robert Svensson ebenfalls sein Arbeitsgerät wechseln. Auch im Spiel hatte Svensson nicht das Glück auf seiner Seite. Wie so oft verpasste er es, in den entscheidenden Situationen die Big Points zu machen. Zwar zeigt die Formkurve des 25-Jährigen nach oben, jedoch ließ Svensson im vierten Durchgang drei Satzbälle ungenutzt, während Fedor Kuzmin seinen ersten Matchball zum 3:1-Sieg und 3:0-Endstand nutzte. Das Rückspiel am 4. Juni in Orenburg wird für Maberzell zum „Ausflug, unsere Abschlussfahrt“, sagt Frauenholz und lächelt schon wieder.

Ergebnisse: Wang Xi – Alexei Smirnov 2:3 (11:8, 7:11, 11:9, 5:11, 12:14), Jan-Ove Waldner – Vladimir Samsonov 1:3 (8:11, 11:4, 9:11, 6:11), Robert Svensson – Fedor Kuzmin 1:3 (5:11, 12:10, 8:11, 11:13). Oberschiedsrichter: Paul Schiltz (Luxemburg). Zuschauer: 900.