Die Jan-Ove-Waldner Story

Die Highlights einer einzigartigen Karriere, die nun schon fast drei Jahrzehnte andauert:

In China, dem Land der Tischtennis-Weltmeister, nennt man ihn ehrfurchtsvoll "evergreen" (immergrün). Bei den Olympischen Spielen hat Jan-Ove Waldner wieder einmal eindrucksvoll gezeigt, weshalb. Er ist inzwischen über 40 Jahre alt, nach Gold in Barcelona 1992 und Silber in Sydney 2000 erreichte er in Athen 2004 erneut das olympische Halbfinale im Herren-Einzel und feierte das Comeback des Jahres. Wieder war es Waldner, der als eindeutig bester Europäer der asiatischen Übermacht trotzte.

DONIC ist stolz auf die schon weit über ein Jahrzehnt währende freundschaftliche Partnerschaft mit dem besten Tischtennisspieler aller Zeiten, der lebenden Legende Jan-Ove Waldner.

Das Tischtennis-Genie war in Athen wieder einmal der Liebling des Publikums. Jan-Ove brillierte mit seinem einzigartigen Ballgefühl, war voller Ideenreichtum und punktete ein ums andere Mal mit seinen berühmten variablen Aufschlägen, Rückschlägen und Topspin-Variationen mit Vor- und Rückhand. Klare 4:1-Siege gegen den chinesischen Turnierfavoriten Ma Lin und den deutschen Star Timo Boll waren die Folge. Nach einer zermürbenden, fast einjährigen Verletzungspause hatte ihm diese Leistung kaum noch jemand zugetraut.
Womit wird er uns künftig noch überraschen?

Jan-Ove Waldner - Die Legende lebt!

Sommer 1970:

Der kleine Junge ist fünf Jahre alt, als er im ländlichen Sommerhaus seiner Familie erwacht. Jan-Ove liebt das Spiel, wie alle Kinder, aber mehr als alle anderen liebt er es zu gewinnen. Verlieren ist seine Sache nicht. Das Gefühl, das ihn treibt, als er an diesem Morgen anfängt, Darts zu spielen, schreit er heraus: "ich zeig`s ihnen! Ich werde sie alle schlagen!" Eben dieses Gefühl, diese Grundhaltung wird sein ganzes Leben prägen.

Sommer 1974:

Der Neunjährige wird vom schwedischen Tischtennis-Verband zu einem Trainingslager nach Örebro eingeladen - 250 Kilometer von seiner Heimat Stockholm entfernt. Der kleine Jan-Ove ist nicht glücklich, so weit von zu Hause entfernt zu sein. Am Ende der Woche reist seine Mutter Marianne an, um ihn abzuholen - doch vergeblich. Jan-Ove erklärt ihr: „Morgen findet hier ein Turnier statt, das ich auf keinen Fall verpassen will."

Herbst 1977:

Am 5. Oktober, drei Tage nach seinem zwölften Ge-burtstag, gibt Jan-Ove Waldner sein Debüt in der 1. schwedischen Liga. Wenige Wochen später gewinnt er sein erstes Einzel. Sein unglückliches Opfer, Den-nis Pettersson, unterliegt einem Jungen, der ganze 140 cm groß ist. Und er fragt seine Teamkollegen: "Wie kann man gegen jemanden gewinnen, den man nicht sieht?"

Sommer 1980:

Zum ersten Mal ist Jan-Ove Waldner in China. Der Junge, dem nun schon der Ruf eines Wunderkindes vorauseilt, spielt vor 12.000 begeisterten Zuschauern bei den Shanghai Open; und er macht zum ersten Mal in seinem Leben die Erfahrung, was es bedeutet, wirklich hart zu trainieren. Der Hausmeister der Halle, in der er trainiert, fordert ihn zum Match - und ge-winnt mühelos! Jan-Ove spielt gegen viele chinesi-sche Teenager, und er verliert viele Partien. Aber er lernt aus jeder Begegnung. Er speichert Techniken, Spielzüge und zahllose Details in seinem Kopf. Und tief in seinem Inneren brennt die Leidenschaft, jenes Gefühl des kleinen Jungen: "ich zeig`s ihnen! Ich werde sie alle schlagen!"

Frühjahr 1982:

Bei den Europameisterschaften in Budapest besiegt der 16-Jährige auf dem Weg ins Finale eines seiner Vor-bilder, den früheren Weltmeister Stellan Bengtsson, so-wie den Lokalmatador Tibor Klampar. In der Europa-rangliste wird Waldner zu diesem Zeitpunkt erst an Po-sition 30 geführt, doch im Endspiel bringt er den großen Favoriten, seinen Landsmann Mikael Appelgren, trotz-dem an den Rand einer Niederlage. Waldner, der jüngste EM-Finalist aller Zeiten, führt mit 2:0 in Sätzen, verliert aber noch knapp.

Gleichwohl steht nicht Appelgren, sondern Waldner im Mittelpunkt aller Aufmerksamkeit, und Bundestrainer Istvan Korpa warnt: "Ich habe noch niemals einen so kompletten Spieler in diesem Alter gesehen. Er kann jeden schlagen, auch die Chinesen. Seine Variabilität, seine perfekten Aufschläge und imponierenden Tempo-wechsel werden die Trainer in Europa auf Jahre hinaus beschäftigen. Wie können wir darauf antworten?"

Frühjahr 1984:

In Bratislava gewinnt Jan-Ove Waldner zum ersten Mal das europäische Ranglistenturnier Europe Top 12. In den Folgejahren wird er dieses Turnier weitere sechs Mal gewinnen und vier Mal Zweiter werden - ein Rekord für die Ewigkeit.

Frühjahr 1987:

Bei den Weltmeisterschaften in Neu Delhi unterliegt das schwedische Team im Finale chancenlos gegen China. Waldner, an einem Virus erkrankt, liegt zu dieser Zeit mit über 40 Grad Fieber im Bett. Als zwei Ta-ge später die Individual-Wettbewerbe beginnen, schleppt er sich an den Tisch - und gewinnt. Nachdem er die ersten Runden überstanden hat, spielt er wie in Trance. Im Viertelfinale gegen Chen Longcan und im Halbfinale gegen Teng Yi schaltet er Chinas Nummer zwei und drei aus, aber wie: Nie zuvor hat man Tischtennis auf diesem Niveau gesehen! Xi Enting, chinesischer Weltmeister von 1973, fragt kopf-schüttelnd: "Wie soll man gegen jemanden gewinnen, der auf jeden Ball attackiert und jeden trifft?" Im Fi-nale führt Waldner schon mit 1:0 und 9:3 gegen Weltmeister Jiang Jialiang, doch es reicht nicht ganz zum Sieg. Der 21-Jährige verspricht: "Meine Zeit wird kommen. Ich werde mich revanchieren."

Frühjahr 1989:

Waldner macht sein Versprechen wahr. In Dortmund wird er zum ersten Mal Weltmeister. Die schwedische Mannschaft deklassiert China im Finale mit 5:0, und gegen seinen Landsmann Jörgen Persson sichert sich Jan-Ove zudem den Titel im Einzel. Von nun an ist es Jan-Ove Waldner, den man jagt.

Sommer 1992:

In Barcelona wird Waldner Olympiasieger, und die Fachwelt ist sich einig: Der Mann spielt Tischtennis von einem anderen Stern. Unter den begeisterten Zuschauern, die den Sieger mit stehenden Ovationen feiern, ist auch der schwedische König Carl Gustaf. Jan-Ove Waldner ist nicht nur der größte Tischtennisspieler aller Zeiten, er wird auch zum Nationalhelden. Sein Erfolg beschert Schweden die erste Goldmedaille bei Olympischen Sommerspielen der Nachkriegszeit und hebt ihn in seiner Heimat auf eine Stufe mit dem
legendären Tennisspieler Björn Borg, der heute zu seinen besten Freunden zählt. Das viele Millionen starke Heer chinesischer Athleten versucht bis heute, der lebenden Legende Waldner Herr zu werden, ebenso wie Europas Generationen nachwachsender Stars. Doch Jan-Ove Waldner schlägt sie alle. Von einem außergewöhnlichen Ehrgeiz beseelt, verteidigt er seine Position in der Weltspitze gegen alle Angreifer und alle Rückschläge bis heute.

Frühjahr 1997:

Als es schon niemand mehr erwartet hatte, gewinnt er 1997 seinen zweiten WM-Titel im Einzel, ohne einen einzigen Satzverlust! Wieder ein Rekord für die Ewigkeit.

Frühjahr 2000:

Mit Schweden gelingt ihm im Jahr 2000 in Kuala Lumpur als krasser Außenseiter im WM-Finale gegen China zum vierten Mal der Titelgewinn - gegen die Enkel jener Generation chinesischer Weltmeister, die er bereits mehr als ein Jahrzehnt zuvor besiegt hatte.

Sommer 2004:

Doch sein Triumphzug in Athen ist vielleicht der überraschendste Erfolg überhaupt in der langen und glanzvollen Karriere des besten Tischtennisspielers aller Zeiten. Jan-Ove Waldner hat in mehr als zwei Jahrzehnten als Weltklassespieler sein Repertoire, sein einzigartiges Verständnis von Tischtennis und seine Technik kontinuierlich weiterentwickelt, im stetigen Streben nach Perfektion. Ganz so, wie wir es bei DONIC in all den Jahren auch getan haben. Wir sind stolz, Jan-Ove auf seinem Weg zu begleiten. Und wir freuen uns schon jetzt mit den Tischtennis-Fans in aller Welt darauf, zu erleben, was er im nächsten Jahr erreichen wird, wenn er sein einzigartiges Können bei den Weltmeisterschaften in Schanghai zelebriert.

Sommer 2005:

Dem TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell wird eine große Ehre zu Teil. Nach dem Aufstieg in die 1. Bundesliga gelingt es dem Management, den besten Tischtennis-Spieler aller Zeiten als neuen Spitzenspieler zu verpflichten. In seiner Premierensaison gelingen Waldner und seinem Team ein Platz im gesicherten Mittelfeld.

April 2006:

Jan-Ove Waldner fährt als schwedischer Spitzenspieler zur Mannschafts-Weltmeisterschaft in Bremen. Dort zeigt er mit Siegen über Adrian Crisan und Michael Maze , dass er weiterhin zu den besten Spieler der Welt zählt.

Frühjahr 2008:

In seiner dritten Saison führt Waldner zusammen mit seinem langjährigen Freund und Weggefährten Jörgen Persson den TTC RhönSprudel in die Bundesliga-PlayOffs und in das Halbfinale des ETTU-Cups. Mit immer noch beeindruckenden Leistungen (u.a. Siege über Ma Wenge, Christian Süss, Jens Lundqvist) beweist "J.-O" auch in dieser Saison seine Führungsqualitäten.

Saison 2008/2009:

Im neu formierten Team (Wang Xi, Robert Svensson) gibt der Schwede sein Comeback in der ChampionsLeague, wo er Vladimir Samsonov & Co. gegenüberstand. Trotz erneuter Qualifikation für die PlayOffs konnte man sich gegen Borussia Düsseldorf nicht durchsetzen.

Saison 2009/2010:

In der Bundesliga begeistert Waldner besonders im Doppel an der Seite von Spielertrainer Qing Yu Meng die Massen. Seine einzigartige Antizipation und das für ihn charakteristische Ballgefühl erweisen sich als Trumpfkarte im Kampf um die PlayOffs. Hier gelingt Waldner im entscheidenden Halbfinal-Rückspiel ein glattes 3:0 über Tiago Apolonia, seine Mannschaft konnte trotz mehrere Matchbällen das Finale nicht erreichen. International drangen Waldi & Co. bis ins Finale des ETTU Cups vor, wo er erneut von Vladimir Samsonov gestoppt wurde. Im direkten Duell unterlag Waldner mit 1-3 in Sätzen, sein Gegenüber zollte ihm dennoch hohen Respekt: "Es ist immer noch unglaublich schwierig gegen ihn. Er lässt sich immer wieder etwas neues einfallen."

 

Die Highlights einer einzigartigen Karriere, die nun schon fast drei Jahrzehnte andauert:

  • 1982 Vize-Europameister Einzel
  • 1983 Vize-Weltmeister Mannschaft
  • 1984 Europa TOP 12 Sieger
  • 1985 Vize-Weltmeister Mannschaft
  • 1986 Europameister Mannschaft und Doppel, Europa TOP 12 Sieger
  • 1987 Vize-Weltmeister Einzel & Mannschaft
  • 1988 Europameister Mannschaft und Doppel, Europa TOP 12 Sieger
  • 1989 Weltmeister Einzel und Mannschaft, Europa TOP 12 Sieger
  • 1990 Europameister Mannschaft, World Cup Sieger
  • 1991 Weltmeister Mannschaft, Vizeweltmeister Einzel
  • 1992 Gold Olympia Einzel, Europameister Mannschaft
  • 1993 Weltmeister Mannschaft, Europa TOP 12 Sieger
  • 1994 Vize-Europameister Einzel
  • 1995 Vize-Weltmeister Mannschaft, Europa TOP 12 Sieger
  • 1996 Europameister Einzel, Doppel, Mannschaft, Europa TOP 12 Sieger
  • 1997 Weltmeister Einzel
  • 2000 Silber Olympia Einzel, Weltmeister Mannschaft, Europameister Mannschaft
  • 2002 Europameister Mannschaft
  • 2004 Halbfinale Olympia Einzel

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